Feinschmeckerblog

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Falstaff-Gala: Champagner fürs ganze Lokal

| 1 Kommentar

Am Montag gab sich Falstaff die Ehre, die kulinarische Elite der Region Stuttgart zur Champagner-Gala in der Staatsgalerie zu empfangen. Ich war natürlich dabei.

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Man kommt an und isst erst einmal leckeren Käse von Comté, um eine gewisse Grundlage zu schaffen. Das Ziel: So viele verschiedene Champagnersorten wie möglich probieren.

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Man fängt an mit einem ganz entspannten, fruchtigen Champagner, dem Champagne Barbichon. Preislich total bezahlbar, nur 17 Euro pro Flasche, wirkt diese Sorte frisch und aromatisch. Leichte Ideen von Zitrus, ein wenig Mandel. Sehr angenehm.

Dann geht man über zum Hause Cattier, das mit drei Kostproben um die Gunst des Publikums warb. Mein Favorit ist der Cattier Brut Quartz für unter 30 Euro pro Flasche. Ein sehr ausdrucksstarkes Produkt. Kein Schnick, kein Schnack, sondern Champagner, wie man sich ihn vorstellt.

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Zwischendurch geht man über zum Champagne Calsac, ein Champagner eines sehr kleinen Guts. Der Echapée Belle Extra-Brut ist sehr, sehr trocken, bei nur 2 Gramm Zucker pro Liter. Mir hat er gefallen, aber vielen wird er viel zu trocken sein. Dafür ist der Preis unschlagbar, bei ungefähr 17 Euro.

Eine Champagner-Verkostung ohne Charles Heidsieck zu besuchen wäre natürlich einfach nur falsch. Mein Favorit aus diesem großen Hause war die Edel-Variante, der Charles Heidsieck Brut Vintage 2005. Kostet allerdings auch knapp 70 Euro pro Flasche. Falsch macht man damit aber ganz sicher nichts. Kaum Säure, einfach nur gut.

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Von einem großen Haus aus lässt sich der Champagne Lanson Extra Age Brut Rosé aus dem Haus Champagne Lanson sehr gut in Angriff nehmen, nach Eigenaussage der „Unterdog unter den Großen“. 5 Jahre reift dieses Spitzenprodukt, Kostenpunkt bei 65 Euro. Ein Champagner zum Dessert – sehr schwer, sehr schaumig.

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Weiter, immer weiter. Niemals stoppen! Auf zu Vranken Diamant, mit einem ganz außergewöhnlichen Produkt: Der Vranken Diamant Blanc de Blancs 2007 wird ausschließlich aus Chardonnay-Trauben hergestellt und ich finde, er schmeckt nach Indien, nach Gewürzen – das Aroma ist genial. Ein anspruchsvoller Champagner, der mitnichten gefällig daherkommt. Die Flasche schlägt mit 65 Euro zu Buche.

Vranken Diamant Blanc de Blancs 2007

Von Vranken habe ich auch die Einstiegschampagner gekostet, den Champagne Vranken Grande Réserve Brut und den Champagne Vranken Millésimé 2005. Beide kommen flott daher, kein Problem. Pro Flasche sind ungefähr 30 Euro zu zahlen. Total in Ordnung.

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Zwischendurch ein paar Snacks. Grundlage erneuern und so …

Champagne Lallier Grande Réserve Grand Cru

Bei Champagne Lallier war ich auch. Der Grand Réserve Grand Cru hat es mir besonders angetan. Lallier nutzt kein Fass, nur einen Tank, außerdem eigene hefe. Sehr spannend. Als Aperitif geradezu perfekt. Der Preis: 35 Euro. Der Millésime 2008 Grand Cru aus dem gleichen Hause hingegen kommt seriös daher, er schmeckt nach Smoking und Ernsthaftigkeit. Ein Wintergetränk, viel zu schwer für den Sommer. Knapp 60 Euro pro Flasche.

Champagne Taittinger Comtes de Champagne Blanc de Blancs

Der Höhepunkt des Abends für mich war allerdings definitiv der Comtes de Champagne Blanc de Blancs von Taittinger. Und das nicht nur (aber auch), weil hier eine Flasche stolze 125 Euro kostet, sondern auch und vor allem wegen des Geschmacks. 5 Jahre reift dieser Champagner, der ebenfalls nur aus Chardonnay-Trauben besteht, auf der Hefe. Das Ergebnis ist ein unfassbar dichtes, großartiges Erlebnis. Man wird regelrecht umgeworfen, so eindringlich und so bestimmt tritt dieser Schaumwein auf. Taittinger bewirbt den Comtes in seiner Broschüre mit einem „einmaligen Erlebnis in Ihrem Leben“. Und so doof das auch klingt, ganz falsch ist dieser Slogan nicht.

Irgendwann ist man dann aber auch fertig mit allem und satt und zufrieden und möglicherweise auch ein kleines bisschen betrunken. Dann geht man heim. Und freut sich auf die nächste Falstaff-Gala.

Schluss

PS: Prosit! Auf das Leben!


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Ein Kommentar

  1. Hallo Christian,
    Ich war bei der Falstaff Gala 2014.
    Im Allgemeinen sind Falstaff Gala – Veranstaltungen immer gut organisiert, wo man private Genießer, Bekannte und Freunde aus Gastronomie und Handel trifft. So war es auch diesmal am 08. Oktober, im Wiener Palais Ferstel, als 36 Betriebe aus der Champagne ihre Produkte vorstellten. Bei diversen Smalltalks stellte sich heraus, dass die Erwartungshaltungen der meisten Besucher relativ hoch angesetzt waren, denn es wurde schließlich Champagner, der Rolls-Royce der Schaumweine, verkostet.
    Ich bin mir sicher, jeder Verkoster – egal ob privater Genießer, Einkäufer oder Fachjournalist – wird stets bemüht sein, einen neutralen Gesichtsausdruck zu zeigen, um seine Empfindungen nicht sofort preiszugeben. Auf gut wienerisch denkt man sich seinen Teil und lächelt höflich, wenn ein Verkostungsergebnis so gar nicht zum (persönlichen) Geschmacksmuster passt. Manchmal lässt sich die Mimik nicht vollständig kontrollieren und der Gesichtsausdruck sagt das, was man sich denkt, aber nicht nur dann, wenn es sich um ein großartiges Geschmackserlebnis handelt, sondern auch im gegenteiligen Fall.

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