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Schnaps-Verkostung: Alte Marille, Haselnussgeist und Grappa

| 1 Kommentar

Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps, sagt man. Bei uns läuft das alles ein bisschen anders, bei uns ist manchmal Schnaps auch Dienst. Gestern haben wir also drei Schnäpse verkostet, die wir von mySpirits.eu zur Verfügung gestellt bekamen. Wir probierten einen Grappa, einen Obstbrand und einen Schnaps mit Aroma.

Haselnuss-Schnaps von Dolomiti Alpenfeinkost aus Südtirol

Ich fange an mit dem Haselnuss-Schnaps von Dolomiti Alpenfeinkost aus Südtirol. Dazu muss ich vorab anmerken: Ich bin kein großer Fan von aromatisierten Schnäpsen. Meistens sind sie mir einfach zu scharf. Diesen fand ich recht lecker, aber irgendwie auch seicht. Keine Ecken, keine Kanten. Ich kann mir aber vorstellen, dass dieser Schnaps toll als Backzutat für Torten und Aufläufe geeignet ist. Natürlich kann man den Haselnussgeist auch als Nutella für Erwachsene definieren, aber Nutella ist ja nicht nur für Erwachsene. Also: Nicht schlecht, aber nicht mein Fall.

Grappa Le Diciotto Lune Grappa Stravecchia von Marzardo

Der Grappa Le Diciotto Lune Grappa Stravecchia von Marzardo reift in kleinen Holzfässern aus Eiche, Kirsche, Akazie oder Esche. Und das nicht nur mal eben so übers Wochenende, sondern ganze 18 Monate. Deshalb hat sich der Grappa den Titel „uralt“ (italienisch stravecchia) verdient. Und, was soll ich sagen: das merkt man auch. Das ist ein richtig guter, feiner Grappa, den man fabelhaft trinken kann. Ohne jegliche Schärfe, ganz mild und elegant. Dabei ist er trotzdem nicht langweilig, sondern richtig interessant. Ob man ihn nach dem Essen trinkt oder einfach zum Abschluss eines schönen Tages, einerlei. Viele Aromen und ein voller, runder Geschmack sind Genussgaranten. Man sagt ja gerne, dass man Grappa bei Raumtemperatur trinken soll, um den Geschmack zu erhalten. Das ist ja auch nicht per se falsch – wenn es aber 36 Grad im Schatten hat, bin ich absolut dafür, den Grappa im Kühlschrank zu kühlen. Sonst wird man nämlich umgehauen und hat gar nichts von dem Aroma. Fürs Protokoll: Ich liebe Italien. Und ich liebe ergo auch Grappa. So richtig neutral bin ich bei der Verkostung von Grappa ergo nicht. Aber irgendwas ist ja immer.

Alte Marille von Feinbrennerei Prinz

Die Alte Marille von Feinbrennerei Prinz war für mich die größte Überraschung. Wie gesagt bin ich ja eigentlich kein großer Fan von aromatisierten Schnäpsen, die meisten deutschen Obstler finde ich auch einfach nicht gut – aber dieser Aprikosenschnaps hat mich richtig überrascht. Wenn man am Glas riecht, hat man ganz starke Erinnerungen an süße, leckere Pflaumen. Das Aroma ist rund, süß, dabei aber nicht klebrig und billig. Es ist einfach eine volle Ladung Frucht, die da im Glas zu finden ist. Ich stelle mir es richtig toll vor, diesen vollen und feinen Schnaps zum Dessert zu trinken, vielleicht zu einem schweren Tiramisu. Bewegen kann man sich danach natürlich nicht mehr, nur noch glücklich sein. Vom Aussehen her ist die Flasche auch was fürs Auge: Sie wirkt wertig, durch den Verzicht auf ein Etikett wirkt sie wie selbstgemacht. Allerdings ohne die unschönen Begleiterscheinungen, die mit selbstgebranntem Schnaps einhergehen. Unbedingte Probiereempfehlung!

Alle drei zusammen

Sehen sie nicht hübsch aus, wie sie da so unschuldig nebeneinander auf dem Hocker stehen?


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Ein Kommentar

  1. Hallo,

    vielen Dank für den „Verkostungsbericht“! Sehr interessant, ich glaube, den Grappa und den Haselnusschnapps setze ich gleich mal auf meine (laaaange) Wunschliste! 😉

    Für Leser, die sich nicht so gut mit Grappa auskennen, kann ich übrigens eine kleine Empfehlung geben – dieser Artikel hier ist übrigens ziemlich gut, wenn man etwas über Grappa lernen möchte: http://italienischer-grappa.com/

    Beste Grüße
    Johannes

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