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Kochbuch des Monats: Linsen

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Das Buch liegt uns hier vor und wir können: es ist wirklich toll! Das sagen wir auch als Stuttgarter, für die bekanntlich Linsen so eine Art Nationalgericht sind. Vor allem auch mit Alblinsen, eine schon fast verschwundene, sehr exquisite Art. Hier im folgenden das Urteil der Jury.

Das DEUTSCHE INSTITUT FÜR KOCH- UND LEBENSKUNST, Leipzig und Frankfurt am Main, hat „Linsen“ aus der edition styria zum KOCHBUCH DES MONATS Februar 2012 gekürt.

Aschenputtel ist also eine Prinzessin geworden, weil es den Königssohn geheiratet hat. Die einstmals tabuisierten Linsen sind zu seiner Leibspeise avanciert. Nun darf die böse Stiefmutter sortieren.
Damit die Linsen den vielen verwöhnten Gaumen am Königshof auch so recht munden, hat es Achim Schwekendiek, einen waschechten Schlossküchenkoch, engagiert, der sogar einen Stern trägt – ja, dem Aschenputtel steht der Sinn nach Höherem.

Klar, dass Schwekendiek nicht nur eine banale Süßsaure Linsensuppe mit Blutwurst oder eine Rote Linsensuppe mit Crème fraîche zubereiten kann. Ihm macht es große Freude, bekannte Gerichte neu zu erfinden, alle mit Linsen. Eine Chili con Linsen oder eine Linsenquiche sind beste Beispiele dafür. Wer könnte den Linsencrêpes mit Krabben und grünem Spargel oder der Gebratenen Kalbsleber mit Röstzwiebeln und Apfel-Linsen-Ragout widerstehen? Der Apfel harmonisiert gut mit der Linse. Deshalb trägt die Himbeercrème mit weißen Linsen auch eine Haube von Apfelschaum.

Schwekendiek kennt sich vor allem bei den verschiedenen Linsensorten bestens aus: Die Belugalinsen serviert er auf Nussbrot mit Ziegenkäse und Honig und die Erdbeeren Romanoff gleich mit Honiglinsen. Was beweist, dass die kleinen Geschmackswunder auf vielen Adelsschlössern sehr beliebt sind bis hin zur Küche der Zarenfamilie – Achim Schwekendiek gewissermaßen ein Fabergé der Linse?
(Frank Brunner)

Die Jury:
André Jaeger, ein Gipfel der Schweizer Kochkunst
Susanne Gretter, Lektorin, liebt das Märchen von Kindesbeinen an
Robert Menasse, Schriftsteller und, vielleicht?, Aschenputtels Prinz
Frank Brunner, Kritiker

Rezeptprüfer:
Henri Bach, zwei Sterne, neuerdings Küchendirektor im Münsterland

Achim Schwekendiek: Linsen. Das Kochbuch
München/Wien (Edition Styria), 2011
160 S., Klappenbroschur
ISBN: 978-3-99011-038-6
24,99 € / 35,50 sFr


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