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Nachhaltiger EU-Weinbau durch Abwassermanagement

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Ein ganz interessanter Artikel des Fachdienstes aid über die Bemühungen derEU das Abwasserproblem im Weinanbau in den Griff zu bekommen.

Genuss und ein grünes Image: das strebt auch die Weinproduktion an. Damit das in vielen Weinbauregionen der EU Wirklichkeit wird, gibt es das EU-Projekt Sustavino.

In Deutschland kümmert sich das ttz Bremerhaven um die „Reste“ des Weinbaus. Bei der Weinproduktion fallen große Abwassermengen an, die teilweise hohe Mengen an festen organischen Substanzen enthalten. Jede Menge Wasser wird zur Spülung der Fässer und Tanks, Reinigung der Transportlasters und Säuberung der Weinpressen und Gärtanks verbraucht. Da die Produktionsabläufe saisonal ablaufen, können zeitweise Schock-Belastungen der kommunalen Abwasserbehandlungssysteme auftreten. Wenn ein Weinanbaugebiet nicht an die Kanalisation angeschlossen ist, sind die anliegenden Seen und Flüsse arm dran.
Bisher wird das Abwasser aus allen Prozessschritten gleich behandelt und meist ohne Aufbereitung in die Kanalisation geleitet. Das ist teuer: Außer den regulären Kosten für Wasser und Abwasser wird in manchen Regionen, wie z.B. in der Pfalz, eine so genannte „Weinbauzusatzgebühr“ fällig. Weinproduzenten zahlen damit den erhöhten Strombedarf, der Klärwerken durch einen höheren Verschmutzungsgrad des Wassers entsteht.
Im EU-Projekt Sustavino wird versucht, das Abwasser- und Reststoff-Management effizienter zu gestalten. Auf Weingütern in Spanien, Rumänien, Ungarn und Deutschland wurden Proben entnommen, um Ausgangswerte zu erhalten. In Deutschland beteiligt sich das Weingut Holstein aus Kindenheim. Das ttz Bremerhaven begleitet momentan dort die Produktion. Durch die Messung der Belastung des Wassers und der organischen Abfälle können die optimale Aufbereitung bestimmt und Wertstoffe zurück gewonnen werden. Danach werden die verschiedenen Möglichkeiten zunächst im Labor getestet. Zur nächsten Weinernte werden dann neue Wege des Umgangs mit dem Abwasser auf den Weingütern getestet und bewertet.
Im Prozess gehen zudem auch biologisch aktive Reststoffe wie Polyphenole und Antioxidanzien verloren. Das sind potenzielle Wertstoffe für Anwendungen in der Kosmetik-, Pharma- und Lebensmittelindustrie. Bisher enden diese Substanzen, die vorwiegend in den festen Rückständen der Weinproduktion vorhanden sind, vielfach auf dem Acker. Diese Reststoffe zu Wertstoffen weiter zu entwickeln ist eine weitere Aufgabe des Projekts.
aid, Britta Klein


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