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Winzer und Artenvielfalt – am Kaiserstuhl klappt es

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Die Winzer scheinen aufzuwachen – interessante Pressemitteilung.

Sechs Winzer vom Kaiserstuhl zeigen Initiative und veranstalten in Eigenverantwortung eine Informationsveranstaltung für Journalisten unter dem Motto: Mit Nachhaltigkeit und Naturschutz zum Spitzenwein

Der Kaiserstuhl ist mit bis zu 1800 Sonnenstunden pro Jahr die wärmste und zugleich sonnenreichste Region Deutschlands. Doch das allein genügt nicht, um höchstwertige, komplexe und lagerfähige Weine zu produzieren. Bei einer zweitägigen Informationsveranstaltung für Journalisten aus Deutschland, Holland, England und Österreich zeigten die Kaiserstühler Spitzenweingüter Bercher (Vogtsburg-Burkheim), Dr. Heger (Ihringen), Franz Keller Schwarzer Adler, (Vogtsburg-Oberbergen), Salwey (Vogtsburg-Oberrotweil), Stigler (Ihringen) und das Staatsweingut Freiburg & Blankenhornsberg, warum ihre Weine einen so besonderen Charakter ausprägen: Der wichtigste Erfolgsfaktor ist für sie die <b>durchdachte Verbindung von Weinbau, Kulturlandschaft und Nachhaltigkeit</b>. „Wir können das Geschenk der Natur in unseren einzigartigen Lagen nur annehmen, wenn wir dafür sorgen, dass künftige Generationen sie unbeschadet und in all ihrer Vielfalt ebenfalls nutzen können“, sagt Arne Bercher vom Weingut Bercher.

Die Weine der sechs Winzer wachsen meist auf den in der Region nur zu einem sehr kleinen Teil vorkommenden Vulkanverwitterungsböden, die die Wärme besonders gut speichern. Diese Böden verleihen den Weinen einen sehr mineralischen Charakter, während der hier vorherrschende Löss – einer meterdicken Staubschicht aus der Eiszeit – eher duftige und fruchtbetonte Weine ausprägt. In Mitteleuropa einmalig ist dabei der Kalkanteil im basaltartigen Vulkangestein, der am Kaiserstuhl aufgrund seiner Nähe zu den Alpen mit ihrem Kalkstein vorkommt. Diese Kombination prägt die komplexen Aromen von Spät-, Grau- und Weißburgunder, die bevorzugt auf diesen Lagen heranwachsen. Viele Weinberge der sechs Winzer stehen auf rutschigen Steillagen, die nur mit sehr viel Arbeitseinsatz zu bewirtschaften sind – für Maschinen sind die Lagen viel zu steil. Doch die intensive Handarbeit im Weinberg sowie der ertragsreduzierte Anbau schützt nicht nur die Natur. „Unsere Weine sind der Ausdruck des Terroirs, auf dem sie gewachsen sind – und das ist mit seinen Boden- und Klimabedingungen ganz einzigartig in Deutschland“, sagt Joachim Heger vom Weingut Dr. Heger.

Wie sehr Naturschutz und Weinbau am Kaiserstuhl voneinander profitieren, erklärte der Biologe Reinhold Treiber den Journalisten anschaulich bei einem Gang durch den PLENUM-Naturgarten, einem vom Land Baden-Württemberg initiierten Projekt am Ihringer Winklerberg, Die Region ist nicht nur ein bekanntes Weinanbaugebiet, sondern auch ein Biotop mit einzigartiger Vielfalt von Tieren und Pflanzen. Mehr als 30 Orchideenarten haben die Biologen hier registriert – so viel wie an kaum einem anderen Ort in Europa. „In einer Kulturlandschaft wie dem Kaiserstuhl helfen engagierte Winzer dem Naturschutz auf besondere Weise“, erklärt Projektleiter Treiber, „sie erhalten beispielsweise mit viel Aufwand die Natursteinmauern der Weinbergsterrassen, die für seltene Echsenarten ein wichtiger Rückzugsraum sind.“ Die 6 Winzer bewirtschafteten ihre Flächen auf eine Weise, die geschützter Flora und Fauna ausreichend Raum zur Entfaltung lasse: „Ihre Arbeit sichert und verbessert die biologische Vielfalt und erhält zugleich die landschaftliche Eigenart im Projektgebiet.“

Die abschließende Verkostung im Sternerestaurant „Schwarzer Adler“ zeigte, welche Lagerfähigkeit die Weine durch die so besonderen Bedingungen zwischen Natur und Kultur entwickeln können: So zeigte sich ein 1994-er Weißburgunder den Journalisten noch überraschend jugendlich, ein 1997-er Grauburgunder mit feinster Frucht und Mineralität sowie ein 1990-er Spätburgunder mit tiefgründigen, eleganten und komplexen Aromen. Für die 6 Winzer war dies der Beweis, wie sehr das Engagement für eine schützenswerte Natur die Qualität ihrer Weine bis zur Spitze voranbringt. Die 6 Winzer vom Kaiserstuhl zeigten den Journalisten damit auf eindrucksvolle Weise: Nachhaltigkeit kann man schmecken.


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